Fossilien sind Zeitkapseln der Erdgeschichte – sie ermöglichen faszinierende Einblicke in längst vergangene Lebenswelten. Um solche Einblicke zu vertiefen, arbeitet die Universität Halle mit modernster Technik: Zwei Mitarbeiter des Zentralmagazins naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) waren kürzlich bei Microvista zu Gast, um Exponate per industrieller Computertomografie (CT) zu untersuchen.
Gescannt wurden mehrere außergewöhnliche Schädel – darunter die eines Wasserbüffels, eines Zwergflusspferdes (Pygmy Hippopotamus) und eines Hyrachyus, ein ausgestorbener Verwandter der Tapire. Dieses Fossil stammt aus dem Geiseltal, einer bedeutenden Fossillagerstätte für mitteleuropäische Wirbeltiere aus dem Eozän.
Das Ziel des Besuchs: Die hochauflösenden 3D-Daten sollen dem Kustos der Sammlung ermöglichen, die Gehirnmorphologie dieser Tiere im Detail zu analysieren – ein wichtiger Schritt, um stammesgeschichtliche Entwicklungen und evolutionäre Muster besser zu verstehen.
Die Geiseltalsammlung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Die Geiseltalsammlung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg umfasst rund 50.000 Fossilien aus den ehemaligen Braunkohle-Tagebauen des Geiseltals, etwa 20 km südwestlich von Halle (Saale). In über 80 Jahren Grabungstätigkeit (1920er bis 2000er Jahre) wurden außergewöhnlich gut erhaltene Überreste einer subtropischen Tier- und Pflanzenwelt aus dem Eozän geborgen – darunter landlebende Krokodile, riesige Laufvögel und urzeitliche Pferde. Besonders bemerkenswert ist der Erhaltungszustand vieler Fossilien: teils dreidimensional, mit Weichteilen, Mageninhalten und Originalfarben. Da die ursprünglichen Fundstellen heute überflutet sind, sind keine weiteren Funde mehr möglich. Die Sammlung gilt als weltweit einzigartig und ist als „National wertvolles Kulturgut“ geschützt – eine bedeutende Grundlage für aktuelle Forschung zur Biodiversität im Klimaoptimum des Eozäns.
Präzision in der Herstellung: Herausforderungen meistern
Die CT-Analyse von Fossilien großen zoologischen Exponaten stellt ganz eigene Anforderungen. Besonders herausfordernd waren in diesem Fall die hohe Materialdichte der versteinerten Schädel sowie die teils beträchtliche Größe der rezenten Schädel. Doch mit der industriellen CT-Technologie von Microvista konnten diese Hürden souverän gemeistert werden: Innerhalb kürzester Zeit wurden detailreiche 3D-Modelle erzeugt, die nun als Grundlage für weiterführende wissenschaftliche Analysen dienen.
Microvista – Partner für Archäologie & Paläontologie
Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Universität Halle zeigt einmal mehr: Microvista ist nicht nur in der industriellen Qualitätssicherung zu Hause, sondern auch ein leistungsstarker Partner für Forschungseinrichtungen, Museen und archäologische Institute.
Im CT-Labor von Microvista sind unter anderem folgende Leistungen möglich:
- Hochauflösende 3D-Scans von organischen und anorganischen Materialien - ideal für Fossilien, Keramik, Metalle oder anthropologische Funde.
- Kontaktfreie Innenansichten ohne Beschädigung des Objekts.
- Digitale Volumenmodelle, z. B. für Rekonstruktion, Visualisierung oder 3D-Druck.
- Präzise Analysen von Dichteverteilungen, inneren Strukturen oder Einschlüssen.
- Erfahrung mit sensiblen Einzelstücken - von archäologischen Artefakten bis zu musealen Sammlungsobjekten.

Hochauflösende 2D- und 3D-Scans eines Wasserbüffelschädels (Bubalus arnee) mit einem Volumen von über einem Kubikmeter.
Leistung
Beschreibung
Großteil-Scans
bis 0,02 mm Auflösung auch bei fossilen Funden
Hochauflösender CT-Scan
Hüllkreis bis 798 mm, Länge bis 1,8 m
Materialdurchstrahlung
Steinige Fossilien kein Hindernis
Cloud-Auswertung
KI-gestützte Automatisierung, TISAX-konform
Vielfältige Scanmodi
axial, helix, laminographisch verfügbar
Fazit für die Paläontologie
Ob für paläontologische Forschungsprojekte, anthropologische Studien oder konservatorische Dokumentationen: Microvista bietet archäologische und paläontologische CT-Dienstleistungen auf höchstem technischen Niveau – schnell, präzise und individuell auf Ihre Fragestellungen abgestimmt.

Schädel des wilden Wasserbüffels montiert im CT – innerhalb von 36min war die Gehirnregion des Exponats gescannt. Der Wasserbüffel ist vor allem in Asien heimisch und wird als Nutztier gehalten.

Schädel eines Zwergflusspferds (Choeropsis liberiensis) – Zwergflusspferde sind eine seltene Art, die in den Wäldern und Sümpfen des westlichen Afrikas heimisch sind.

Schädel eines ausgestorbenen Hyrachyus – ein Großsäuger, das dem heutigen Tapir ähnelte und im Eozän, vor etwa 45 Millionen Jahren, lebte.

Oberkiefer eines ausgestorbenen Hyrachyus – ein Großsäuger, das dem heutigen Tapir ähnelte und im Eozän, vor etwa 45 Millionen Jahren, lebte.