Was ist Industrielle Computertomographie?
Industrielle Computertomographie bezeichnet ein zerstörungsfreies 3D-Prüfverfahren für innere Bauteilstrukturen. Das Thema ist ein methodisches Fundament für belastbare CT-Daten, weil es direkt auf Detektionsgrenze, Messfähigkeit und Reproduzierbarkeit wirkt.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die wissenschaftliche Basis ist in der physikalischen Wechselwirkung von Röntgenstrahlung mit Materie sowie der mathematischen Datenverarbeitung verankert. Relevant sind insbesondere Beer-Lambert-Gesetz, Projektionsgeometrie und Volumenrekonstruktion. Für technische Entscheidungen müssen diese Zusammenhänge als quantifizierbare Messkette verstanden werden.
Relevante Kennzahlen
- Ortsauflösung, Kontrast-zu-Rausch-Verhältnis und Messunsicherheit sind zentrale Kenngrössen.
- Systematische Einflüsse werden über Kalibrierung, Referenzkörper und Wiederholmessungen abgesichert.
- Parameteränderungen müssen hinsichtlich Robustheit und Übertragbarkeit auf Serienbedingungen bewertet werden.
Normbezug und Schwellwerte
- Normbezug: ISO 15708-1:2024, ISO 15708-2:2025, ISO 15708-3:2025, ISO 15708-4:2025 sowie VDI/VDE 2630 Blatt 1.2:2018-06 und Blatt 2.1:2015-06.
- Typische Schwellwerte (Praxis): Kleinstmerkmal für robuste Bewertung meist mindestens 3 Voxel; Messunsicherheit sollte deutlich kleiner als die Zeichnungstoleranz sein (häufig höchstens 10 % der Toleranzbreite).
- Gültigkeit: Verfahrensfreigabe ist immer auf Prüfaufgabe, Werkstoff und Geometrie zu qualifizieren.
Anwendung in der industriellen Praxis
- Auslegung valider Scanparameter für Defekt- und Messaufgaben.
- Objektive Interpretation von CT-Befunden in Entwicklung und Serie.
- Vergleichbarkeit von Ergebnissen zwischen Anlagen, Chargen und Zeitpunkten.
Quellen und Ausgabenstand
- ISO 15708-1:2024 (Vocabulary).
- ISO 15708-2:2025, ISO 15708-3:2025, ISO 15708-4:2025.
- VDI/VDE 2630 Blatt 1.2:2018-06 und Blatt 2.1:2015-06.
- Stand der Einordnung: Februar 2026.